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Kommunikation: Den Arzt besser verstehen

Klappt die Kommunikation zwischen Arzt und Patient nicht, können Missverständnisse den Erfolg der Behandlung gefährden
von Simone Scheufler, aktualisiert am 27.12.2016

Bei Unklarheiten sollten Patienten unbedingt noch mal nachhaken

W&B/Katrin Binner

Ein gutes Gespräch umfasst mehr als nur die Weitergabe von Informationen – vor allem dann, wenn ein Arzt und ein Patient miteinander reden. Denn der Austausch zwischen beiden bildet die Basis ärztlichen Handelns und entscheidet mit darüber, wie gut die Therapie verläuft. Klappt die Kommunikation nicht, kann das schlimmstenfalls zu falschen Diagnosen und zu folgenreichen Fehlbehandlungen führen.

Gute Gespräche können den Therapieerfolg steigern

Bei einer Studie in den USA mit mehr als 400 an Prostatakrebs Erkrankten erhielt zum Beispiel mehr als ein Drittel eine Strahlen­therapie, die wegen der Begleiterkrankungen der Männer ungeeignet war. Hätten die Ärzte zuvor danach gefragt, wären diese Patienten nicht bestrahlt worden. Stattdessen hätten sie eine andere Behandlung bekommen, die genauso wirksam gewesen wäre. Sie hätte aber weniger Nebenwirkungen gehabt und damit die Lebensqualität der Kranken verbessert.

Verläuft das Gespräch zwischen Arzt und Patient dagegen gut, steigt die Therapietreue. Das heißt, die Patienten halten sich besser an die mit dem Arzt besprochene Vorgehensweise, wenn sie mitentscheiden können, was zu tun ist. Auch menschliche Zuwendung führt zu einer besseren Gesundheit. So hatten Diabetiker, die ihre Ärzte als empathisch, also verständnisvoll, wahrnahmen, weniger Stoffwechselentgleisungen. Und asthmakranke Kinder kamen seltener als Notfälle in ein Krankenhaus, wenn sie von Ärzten behandelt wurden, die in Gesprächsführung ausgebildet waren.

Patienten sollten ihre Therapien hinterfragen

"Eine gute Beziehung zwischen Arzt und Patient – und das ist ja das Ergebnis einer gelungenen Kommunikation – trägt zur Gesundung bei und fördert die Selbstheilungskräfte", sagt Professorin Marie-Luise Dierks von der Medizinischen Hochschule Hannover. Sie leitet die Patientenuniversität, die Laien medizinisches Wissen vermitteln will und Schulungen anbietet, wie Patienten besser mit Ärzten kommunizieren. Dass dies nicht jedem leichtfällt, stellt eine repräsentative Umfrage des wissenschaftliches Instituts der AOK fest. Demnach hält es jeder vierte Befragte für schwierig, mithilfe der Informationen des Arztes Entscheidungen bezüglich seiner Krankheit zu treffen.

Wer ist eigentlich veranwortlich dafür, dass Informationen ankommen? "In erster Linie sicherlich der Arzt, aber auch die Patienten", betont Dierks. Sich aufschreiben, was man fragen will und freundlich nachhaken, wenn Unklarheiten bestehen, hält sie für unerlässlich. Sie bestärkt Patienten darin, Therapien auch zu hinterfragen: "Schließlich sind sie es, die mit der Krankheit leben - und mit den Folgen einer Behandlung. Der Arzt kann nur aufzeigen, welches Möglichkeiten es gibt. Doch die Patienten müssen für sich sorgen und Verantwortung übernehmen."

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Bildnachweis: Getty Images/TheImageBank/LesterLewkowitz, W&B/Katrin Binner

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